Maritimer Adventskalender 2023

Gast aus dem Deutschen Bundestag: Metin Hakverdi

Wilhelmsburg, Heimat-Stadtteil des DUCKDALBENs, liegt im Wahlkreis von Metin Hakverdi, von dem er als Direktkandidat in den Bundestag einzog. Jetzt war er zu Gast im Seemannsclub

Wilhelmsburg, Wahlkreis 23: Ein gutes Pflaster, für Politik und Seefahrt. Seeleute wählen den DUCKDALBEN zum Ort der Ruhe. Die BürgerInnen „umzu“ wählten schon 2013 Metin Hakverdi in den Bundestag. Denn der Club-Stadtteil Wilhelmsburg gehört zum Wahlkreis 23 Hamburg-Bergedorf – Harburg. Bei der Bundestagswahl 2021 machten sogar 39,4 Prozent ihr Kreuz bei Metin und schickten ihn als besten Hamburger Direktkandidaten in die Hauptstadt. Nun kam er nach Hause, war im Club zu Gast, hörte sich an, was die Menschen bewegt – und berichtete auch aus der Schatulle der Regierung. Denn Metin ist Mitglied im Haushaltsausschuss, in dem gerade in diesen Tagen Stellschrauben gedreht werden – das Team im DUCKDALBEN hofft, auch in Richtung Seeleute und Seemannsclub

Metin hörte, was die Leiter des Clubs und der Bordbetreuung, Sören Wichmann und Jörn Hille, zum Engagement von Reedereien, Stadt und Senat, Kirche und Reedereien zu sagen hatten: „Immer noch sind die Schiffsabgaben der Reedereien freiwillig. Und wenn Kreuzfahrtschiffe pro Anlauf gerade 200 Euro abgeben, ist das nicht viel.“ Doch die Leiter in Club und Bordbetreuung setzen auf Einsicht bei Reedereien. „Einige unterstützen uns als Clubpaten, die regelmäßig Geld geben. Nur mit regelmäßigen Einnahmen lässt sich verlässlich planen.“

Es gibt Rückenwind von Senat und Bund. Der DUCKDALBEN hofft auf mehr: „Nur so können wir längerfristig kalkulieren und etwa auf Tariferhöhungen, Defizite seit Corona und steigende Preise für Strom und Gas reagieren, die auch uns treffen.“ Die Leiter hoffen auf mehr. Hier gibt der Hamburger Jung Metin zu bedenken: „In Hamburg kennt jeder den Club und weiß, was hier für tolle Arbeit gemacht wird. Aber auf der Schwäbischen Alb oder in Thüringen kauft zwar jeder das, was über See in die Regale kommt. Aber keiner denkt dabei an Seeleute. Da müsst Ihr noch mehr Lobbyarbeit machen?“.

Metin ist jetzt ganz Bundespolitiker und Statesman. Doch er denkt auch sozialdemokratisch: „Es kann nicht Aufgabe der Politik sein, Mittel zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen in Branchen auszugeben, die Milliarden Umsätze einfahren“, sagt Haushalts-Experte Metin. „Wir können nicht die vom Haken lassen, die für die Arbeitsbedingungen und für ihre Mitarbeitenden verantwortlich sind. Wie sollen wir der Kassiererin beim Discounter oder der Krankenschwester klarmachen, dass wir ihren Arbeitgebern mit viel Geld unter die Arme greifen?“ Es sei nicht einfach, den sozialen Anspruch des Clubs in einer Welt der Seefahrt umzusetzen, ohne auch auf die ökonomischen Bedingungen eingehen zu müssen. Den „goldenen Weg“ dazwischen kennt auch Metin nicht, zumal dieser Weg steiniger wird. Er verweist auf die Zeiten, die schlechter geworden sind, und auf den Sparmarschall Christian Lindner, der alle Teilhaushalte zur Sparsamkeit mahnt (bis auf den Bereich Verteidigung).

„Die Jahre des Wachstums sind vorbei. Das war vor Ihrer Zeit“, schaut Metin auf den 29-jährigen Club-Leiter Sören: „Aber sind dennoch finanzielle Mittel vom Bund für den Seemannsclub möglich?“ „Klar, irgendwas geht immer“, schaut Metin optimistisch nach vorn – und fragt nach Titel und Höhe des Bundeszuschusses. Jörn Hille hat sie parat. Metin: „Ich kümmere mich. Und ich komme wieder gerne vorbei, wenn die Dachsanierung vonstattengeht.“ Auch dafür braucht der Club Geld.

Von Hergen H. Riedel