Maritimer Adventskalender 2023

Katharina Fegebank, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin im DUCKDALBEN

Wer ihn kennt, liebt ihn sagt die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank, als sie sich im Club über die aktuelle Lage, neue Aufgaben und neue finanzielle Unterstützung informiert

Ein schöner Tag im Spätsommer auf dem Sonnendeck des Kubus, der Dependance vis-à-vis vom Seemannsclub DUCKDALBEN. Sonst brechen von hier aus die Mitarbeitenden auf, die die Crews an Bord besuchen. Dieses Mal hatte aber der Club selbst „Bordbesuch“: Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank kam zu Besuch und hörte sich an, was den Club bewegt. Dabei überraschte es nicht zu hören, was sie zur Begrüßung sagt: „Wer ihn kennt, liebt den Club.“ Sie weiß, wovon sie spricht. Sie war schon öfter da: Aber das eine oder andere war neu für sie. So erfuhr sie von der Arbeit während der Pandemie, den Herausforderungen in Zeiten des Russland-Ukraine Krieges und den Plänen, die Finanzierung des Clubs auf eine breitere Basis zu stellen. Ziel ist eine Finanzlage, die verlässliche und stetige Haushaltsführung und Planung erlaubt. Spenden sind wichtig und tragen zum Gesamtbedarf des Hauses bei, sind aber nicht planbar und der Bedarf ist größer: Der DUCKDALBEN muss derweil mit seinen über 20 festen Mitarbeitenden und knapp 2 Mio. Euro Umsatz wie ein „Mittelständler“ kalkulieren.

Der Club wirtschaftet zwar auch selbst, aber auch die aus eigener Kraft erwirtschafteten Euro reichen nicht. Spenden fielen zuletzt weg, in Corona-Jahren klingelte es nur sehr selten in der Kasse des Shops, in dem sonst Seeleute Dinge für das tägliche Leben an Bord (und gerne auch Milka und Ritter Sport für die Kinder Zuhause) einkaufen. Die Inflation trifft auch die Seemannsmission: der Sprit für Shuttlebusse, um Seeleute von den Terminmals zu holten, wird teurer, Strom und Heizkosten steigen; und auch die Tarifsteigrungen gibt der Club weiter freiwillig. So hat man eine breite Brust, wenn man andere trifft, die fern von Tarifen bezahlen. Mit offenem Ohr und verständnisvoll aber wenig überrascht hört sich Katharina Fegebank die Ausführungen von Sören Wichmann und Jörn Hille an. „So geht es grade vielen Organisationen, das höre ich nicht zum ersten mal. Wichtig ist jetzt schnelle Hilfe und ein Plan auf Seiten des Senats.“, so Fegebank.

Sie freut sich darum um so mehr zu hören, dass die Stadt Hamburg dem Club in der jetzigen schweren See nicht nur einen Rettungsring zugeworfen hat, sondern gleich ein stabiles, Rettungsboot schickt. Für das Jahr 2023 kann der Club mit diesen „Notförderungsmitteln“ die derzeitigen Klippen umschiffen. Aber Obacht: Es sind nur Notmittel, weil der Doppelhaushalt des Senates bereits in Sack und Tüten war. Wenn Geld überbleibt, geht’s zurück zur Stadtkasse. Im nächsten Jahr hat der Senat eine Erhöhung der Mittel in Aussicht gestellt, um den gestiegenen Kosten bei Personal und Haus entgegen zu wirken. Aber es fehlen eben noch Spenden. Und hier belebt der Club sein Konzept vom Club Paten wieder: Reedereien und andere der maritimen Wirtschaft, die sich verlässlich und vertraglich ins finanzielle Zeug legen, werden zu Paten und damit zu Stützen des Clubs.

Aber es ging nicht nur ums Geld: Katharina Fegebank erfuhr auch, was sich seit ihrem letzten Besuch verändert hat. So hat der Club seine Daseinsvorsorge für Seeleute ausgeweitet und von der profitieren Seeleute und Reeder. So steckt der Club auch Wo(Man) Power in die Psychosoziale Notfallversorgung, forscht über die psychische Lage an Bord und kann sich vorstellen, die in der Pandemie bewährte Kooperation mit dem Hafenärztlichen Dienst auszubauen: Mit ihm könne der Club eine Art Brückenkopf sein, an dem gegen manche Krankheiten präventiv vorgegangen und im Bedarfsfall geimpft wird. Das sind die Lehren aus der Corona-Zeit: Der Club, ein Bollwerk gegen Infektionen. Katharina Fegebank, zuständig auch für Wissenschaft, findet das gut. Forschung aber auch die medizinische Vorsorge für Seeleute „stehen dem Club gut zu Gesicht. Wie alles andere bewährte auch. Ihr macht einfach einen tollen Job sagt sie zum Abschied.“ Und: „Ich komme wieder.“

Von Hergen H. Riedel